Archiv der Kategorie: Fotografie & Bildbearbeitung

Linkliste Fotografie

Die Linkliste für den Bereich Fotografie ist eine Sammlung von Webseiten, die sich meiner Meinung nach immer wieder als hilfreich erwiesen haben. Dass Informationen zu Nikon-Produkten auf nikon.de zu finden sind, Infos zu Canon-Produkten auf canon.de usw. ist wohl selbstverständlich. Deshalb ist diese Linkliste keine Auflistung aller bekannten Kamera- und Objektivhersteller…

Zu den Test- und Review-Seiten: Lassen Sie sich nicht von einem Test auf einer Seite „verrückt machen“. Vor einer Kaufentscheidung sollten Sie mehrere Tests und Meinungen lesen und die Ergebnisse unter Berücksichtigung Ihrer Anforderungen bewerten. Auch das Anschauen von aussagekräftigen (!) Beispielbildern z.B. im DSLR-Forum ist m.E. durchaus hilfreich.

Falls Sie sich wundern, dass in der Linkliste keine Links mehr zu finden sind, dann liegt das dran, dass das LG Hamburg Ende November 2016 entschieden hat, dass Webseitenbetreiber sicherstellen müssen, dass Inhalte von Links (also die verlinkten Seiten, nicht nur die eigene) keine Urheberrechtsverletztungen begehen (Az. 310 O 402/16) – kurz und knapp zusammengefasst. Auch wenn das vielleicht für diese privat betriebene Seite ohne Gewinnerzielungsabsicht nicht gilt, so wurden hier aus Sicherheitsgründen alle Links entfernt. Kopieren Sie einfach die Adresse und fügen Sie sie in die Adresszeile Ihres Browsers ein. Bleibt zu hoffen, dass nicht bald das ganze Internet so aussehen muss…

www.dslr-forum.de

Das deutschsprachige, markenunabhängige Forum für digitale Fotografie. Eigener Bereich für Kaufberatungen. Viele klar strukturierte Unterforen zu verschiedenen Herstellern und Themen. Beispielbilderthreads zu sehr vielen Kameras und Objektiven.

www.butkus.org/chinon/

Archiv für verschiedene Kamera-Bedienungsanleitungen. Insbesondere bei älteren Modellen wird man hier fündig. Grafisch schrecklich aufbereitet, aber hilfreich.

www.photozone.de

Objektiv-Tests

www.dpreview.com

Reviews und Tests zu Kameras und Objektiven. Sehr umfassend. Besonders praktisch: Der direkte Vergleich mehrere Modelle. Auch stehen die Testbilder als Download zur Verfügung.

www.kenrockwell.com

Manche lieben ihn, manche hassen ihn. Emotionslos betrachtet liefert Ken Rockwell eine sehr umfassende Sammlung an Kamera- und Objektivtests.

www.dxomark.com

Gute Testseite mit direkter Vergleichsmöglichkeit

http://www.imaging-resource.com/

http://www.imaging-resource.com/IMCOMP/COMPS01.HTM (Vergleich starten)

Testseite mit direkter Vergleichsmöglichkeit

https://nikoneurope-de.custhelp.com/app/answers/detail/a_id/52165/~/verwendung-der-funktion-zur-af-feinabstimmung

Vernünftiger Fokustest und Verwendung der AF-Feinabstimmung (Nikon Customer Service). Test ist auch auf andere Kameramarken übertragbar.

Gebrauchtpreisliste Canon
Gebrauchtpreisliste Nikon
Gebrauchtpreisliste Sigma

Gebrauchtpreisliste von Pöppings Fotografenversicherung. Bietet für Hardware von Canon, Nikon und Sigma eine gute Orientierung welchen Betrag eine gebrauchte Linse oder Kamera wert ist.

www.fotolehrgang.de

Fotolehrgang im Internet. Ideal für Einsteiger in die Welt der Fotografie, die auf ein Buch zunächst verzichten möchten.

http://faq.d-r-f.de/wiki/Nikon_i-TTL

Die Nikon Blitz-FAQ

foto.beitinger.de

Interessante Beiträge rund um das Thema Fotografie. Besonders lesenswert und informativ sind die Beiträge zum Farbmanagement und zur Monitorkalibrierung/-profilierung.

www.augenblicke-eingefangen.de/catalog/index.php

Deutscher Shop, der viel Zubehör für Naturfotografie bietet. Aber auch und insbesondere das Stativzubehörsegment ist umfassend, bei Rückfragen ist eine freundliche. telefonische Beratung möglich (und die Erreichbarkeit gegeben).

http://www.digitalb2.de/nikon/systemcd/htm/11/1102h__d.htm

Sehr hilfreiche Übersicht der Nikon Streulichtblenden („Gegenlichtblenden“). Wer schon immer mal für ein älteres Glas bei der Suche nach der passenden „GeLi“ verzweifelt ist, wird diese Seite lieben.

www.heavens-above.com

Für alle die, die wissen möchten, was dort am Himmel auf ihrem Abend-/Nachtfoto zu sehen ist. Anhand des Aufnahmeortes können Satellitenpositionen, Sternen- und Planetenpositionen, sowie die Route der ISS dargestellt werden. So wird aus manchem Ufo dann doch ein bekanntes Objekt und kein Akte-X-Fall.

www.dofmaster.com

Schärfentiefe-Kalkulator (Depth of Field – DOF). Neben einer Online-Version stehen Versionen für Windows, Android, iPhone und PalmOS zur Verfügung.

https://nikoneurope-de.custhelp.com/app/answers/detail/a_id/19072/c/650/r_id/127683

Kompatiblitätsliste für Nikon Kameras und Objektive (welches Objektiv hat welche Funktion an welchem Body). Download als Excel-Datei.

http://www.photosynthesis.co.nz/nikon/index.html

Detaillierte Informationen und S/N zu Nikon-Objektiven

http://www.sigma-imaging-uk.com/downloads

Broschüren und Manuals von Sigma (leider so nocht nicht auf der deutschsprachigen Seite gesehen)

www.amarra.de

EXIF-Viewer, Windows-Tool. Klein, kostenlos und leistungsstark. Liest z.B. aus einer einzelnen Datei sämtliche EXIF-Informationen aus, die mit anderen Programmen nicht immer angezeigt werden, z.B. Anzahl der Auslösungen der Kamera. Zudem bietet das Programm Bildvergleiche oder statistische Auswertungen über ganze Verzeichnisbäume (wieviel % der Fotos wurden mit Objektiv XY gemacht, wie ist die prozentuale Verteilung der Brennweite, ISO, etc.).

https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/fxif/

EXIF-Viewer-Addon für Firefox. Kann per Rechtsklick die EXIF-Daten eines Bildes im Browser anzeigen.

www.nsonic.de/blog/software/jpgcompressor/

Kleines und nützliches Windows-Tool, welches JPEG-Bilder auf eine bestimmte Größe (Pixelgröße und/oder Dateigröße) verkleinert und zudem noch nachschärfen kann.

www.xnview.de

Kostenloser Grafikbetrachter und -konvertierer. Unterstützt verschiedenste Formate und Batch-Verarbeitung.

www.irfanview.de

Klassiker in der Bildbetrachtung und -konvertierung.

zeiss.de/clnblog

Blog von Zeiss rund um die Fotografie. Nicht nur Besitzer von Zeiss Optiken interessant, sonder auch viel Wissenswertes.

haukefischer.fr

Sehr interessante Tutorials rund um die Fotografie.

http://flopix.de/wordpress/silberne-parabolreflexschirme/

Detaillierte Übersicht speziell zu silberen Parabolreflexschirmen.

strobox.com

Unter „Photos“ im Menu der Seite sind nicht nur interessante Fotos zu sehen, sondern auch der dazugehörige Lichtaufbau als Skizze. Sehen und lernen…

https://photographylife.com/how-to-reduce-moire-in-lightroom-4

Artikel auf photographylife.com, der sich mit dem Entfernen von Moiré in Lightroom befasst.

Blende, Belichtungszeit und ISO

ISO-Blende-Belzeit

Fragezeichen über der Stirn, wenn es um die richtige Blende, die passende Belichtungszeit und die ISO-Einstellung geht? Dann hilft dieser Artikel bestimmt weiter.

Zur Blende (Hintergrund und Schreibweise):
Die Blende ist eine Vorrichtung, die den Lichteinfall reguliert. Ist sie weit offen, gelangt mehr Licht auf den Sensor der Kamera, ist sie weiter geschlossen, gelangt weniger Licht auf den Sensor. Die Blendenzahl beschreibt das Verhältnis von Brennweite zum Blendendurchmesser. Dieses Verhältnis wird regulär als Bruch geschrieben. Bei einer Brennweite von bspw. 50 mm und einem Blendendurchmesser von 12,5 mm ergibt sich die Blendenzahl als Verhältnis geschrieben von 1:4. Oft wird der Einfachheit halber aber nur Blende 4 geschrieben. In Objektivbezeichnungen findet man die korrekte Schreibweise noch, wie z.B. beim „AF-S Nikkor 18-105mm 1:3,5 – 5,6 G ED VR“. Manchmal wird auch ein „f/“ vor die Blendenzahl gesetzt, also für Blende 4 demzufolge „f/4“.

blendensymbol-mittel

Als Blendenreihe oder auch „ganze Blenden“ wird die Reihe von Blendenzahlen bezeichnet, die jeweils die doppelte oder halbe Menge Licht auf den Sensor lassen. Um jetzt nicht zu mathematisch zu werden, kann grob zusammengefasst werden, dass sich ausgehend von einer (zumeist nur theoretisch vorhandenen) Blende 1 das Verhältnis um 1:1,4 ändert. Damit ergibt sich als (ganze) Blendenreihe (schwarze Zahlen):

blendenstufen

Viele Kameras bieten auch Zwischenschritte in sog. „halben Blenden“ oder „Drittelblenden“ an. Diese sind in der obigen Abbildung blau (halbe Blenden), bzw. grün (Drittelblenden) dargestellt. Für die vollständige Reihe mit halben oder Drittelblenden muss jeweils die ganze Blende hinzugenommen werden.

Ganze Blenden: f/1  –  f/1.4  –  f/2.0  –  f/2.8 ..

Halbe Blenden: f/1  –  f/1.2  –  f/1.4  –  f/1.6 ..

Drittelblenden: f/1 –  f/1.1  –  f/1.2  –  f/1.4 ..

Wichtig ist das Wissen um die (ganzen) Blendenstufen. Niemand muss die halbe oder Drittelschritte auswendig kennen. Allein der Zusammenhang sollte verstanden sein.

Welche Blende tatsächlich einstellbar ist, hängt vom Objektiv ab. Bei dem oben genannten AF-S Nikkor 18-105mm 1:3,5 – 5,6 G ED VR ist die größtmögliche Blende (also kleinste Blendenzahl) bei einer Brennweite von 18mm Blende 3,5. Bei der Brennweiteneinstellung 105mm ist die größtmögliche Blende 5,6. Daher auch die Bezeichnung „1:3,5 – 5,6“. Da es sich bei dem genannten Objektiv um ein Zoomobjektiv handelt, werden hier entsprechend zwei Werte (einmal für die kürzeste und einmal für die längste Brennweite) angegeben. Bei Festbrennweiten gibt es dementsprechend nur einen Wert, z.B. „AF Nikkor 50mm 1:1.8 D“. Hier ist die maximal mögliche Blende f/1.8.

Die größtmögliche Blende ist ein Leistungsmerkmal und ist in der Regel auch in der Bezeichnungs des Objektivs auf demselben eingeprägt oder aufgedruckt. Die kleinstmögliche Blende findet man hingegen oft nur als Angabe in den Datenblättern.

Wichtig zu merken ist: Kleine Blendenzahl = große Blendenöffnung. Große Blendenzahl = kleine Blendenöffnung.

Mit ihrer Öffnung steuert die Blende also die Menge des Lichts, die in einer bestimmten Zeit auf den Sensor gelangt. Je größer die Blendenzahl (und damit je kleiner die Blendenöffnung), desto weniger Licht bei gleicher Zeit. Je kleiner die Blendezahl (und damit je größer die Blendenöffnung), desto mehr Licht bei gleicher Zeit. Deshalb werden Objektive, die eine große Blende (i.d.R. Blendenzahl kleiner gleich f/2.8) zulassen, auch als lichtstark bezeichnet. Normalerweise gilt: Je lichtstärker ein Objektiv, desto teurer (größer und schwerer) ist es – natürlich immer verglichen mit einem Objektiv gleicher Brennweite.

anzeige-blende-d5000-2
anzeige-blende-d90-2

Abbildungen oben: Verschiedene Anzeige der gewählten Blendenstufe. Links über das rückwärtige Display (hier Nikon D5000), rechts über das sog. „Schulterdisplay“ (hier Nikon D90).

Abbildung unten: Blende in einem Objektiv.

blende

Die Belichtungszeit

Die Zeitdauer, in der das Licht auf den Sensor fällt, wird durch die eingestellte Belichtungszeit (auch „Verschlusszeit“) festgelegt. Da Lichtmenge und Zeitdauer linear zusammenhängen, fällt -bei gleicher Blende- in der doppelten Zeit die doppelte Menge Licht auf den Sensor oder in der halben Zeit die halbe Menge Licht.

Die Belichtungszeit wird (ausgehend von einer Sekunde) grundsätzlich in halber oder doppelter Zeitdauer angegeben, wobei -wie bei der Blendeneinstellung- die meisten Kameras Zwischenschritte beherrschen. An einigen Stellen weichen die Werte durch Rundung minimal von der exakten Teilung durch 2 ab. Die Belichtungszeit wird meistens in Sekunden angegeben, da sie oft weniger als eine Sekunde beträgt, entsprechend in Brüchen.

Hier exemplarisch ein paar typische Belichtungszeiten:

zeit
belichtungszeiten

Lichtwert (Exposure Value):

Aus einer Kombination von Blende und Belichtungszeit ergibt sich der Lichtwert oder (engl.) Exposure Value (Abk. EV) bezeichnet.

Dieser Lichtwert kann aus unterschiedlichen Kombinationen von Blendenwert und Belichtungsdauer bestehen. Denn wenn z.B. das Schließen der Blende um eine Blendestufe durch die Verdoppelung der Belichtungszeit kompensiert wird, dann ist der Lichtwert unverändert. Es gibt also bestimmte Kombinationen von Blende und Belichtungszeit gibt, die in ihren Werten unterschiedlich sein können, aber im Endergebnis einen gleichen Lichtwert erreichen. Das deshalb, weil bei bei Veränderung der Blende nur entsprechend die Belichtungszeit angepasst werden muss, sozusagen gegeneinander verschoben werden können. Zum besseren Verständnis mal ein Beispiel:

Wenn ein Bild mit Blende f/4.0 und 1/60s Belichtungszeit korrekt belichtet wird, dann bringt eine Änderung der Blende auf f/8.0 bei unveränderter Belichtungszeit eine Unterbelichtung (das Bild wird zu dunkel), da durch die kleinere Blende (größere Blendenzahl) jetzt nur noch ein Viertel des Lichts auf den Sensor fällt wie zuvor (s. oben, Blendenreihe – zwei ganze Blenden von f/4.0 zu f/8.0). Wird jetzt aber gleichzeitig die Belichtungszeit so verlängert, dass dadurch das Vierfache des Lichts auf den Sensor gelangen kann, so sind beide Werte wieder im Einklang.

Für das nachfolgende Beispiel bedeutet das eine Verlängerung der Belichtungszeit von 1/60s auf 1/15s vom ersten zum zweiten Bild, da auch zwei Blendenstufen geändert wurden. Für die Änderung vom zweiten zum dritten Bild wurde die Blende um eine Blendenstufe von f/8.0 auf f/11.0 verkleinert, aber durch die Verdoppelung der Belichtungszeit von 1/15s auf 1/8s wieder kompensiert.

Demzufolge haben die drei nachfolgenden Bilder alle den gleichen Lichtwert, obwohl unterschiedliche Blenden und Belichtungszeiten verwendet wurden.

vergleich-iso-konstant-2

Auch die nachfolgenden Blende-/Zeit-Kombinationen ergeben immer den gleichen Lichtwert:

f/8 und 1/15s
f/5,6 und 1/30s

f/4 und 1/60s
f/2,8 und 1/125s
f/2 und 1/250s

wie aber auch

f/11 und 1/8s
f/16 und 1/4s
f/22 und 1/2s
f/32 und 1s.

Ist es nun egal, welche Kombination aus Blende und Belichtungszeit gewählt wird? Rein auf das Ergebnis der Belichtung bezogen ist es tatsächlich völlig egal, welche Kombination gewählt. Allerdings haben Blende und Belichtungszeit auch noch gestalteterische Wirklungen, welche in den folgenden Artikeln beschrieben sind:

Gestalterische Wirkung der Blende
Auswirkungen verschiedener Belichtungszeiten

ISO-Empfindlichkeit:

Zurück zur richtigen Belichtung: Hier gibt es noch eine dritte Möglichkeit der Einflussnahme an der Kamera, die ISO – Empfindlichkeit . Die ISO-Einstellung bestimmt -vereinfach gesagt- die Empfindlichkeit des Sensors. Es gilt: Je höher der ISO-Wert, desto höher die Empfindlichkeit. Mit höherer ISO-Empfindlichkeit muss weniger Licht auf den Sensor gelangen, um ein gleiches Ergebnis zu erzielen, wie bei niedrigerer ISO-Empfindlichkeit. Mit jeder Verdoppelung des ISO-Wertes bedarf es nur noch der Hälfte an Licht. Daraus folgt, dass sich eine Verdoppelung der ISO-Empfindlichkeit genau so auf die Belichtung auswirkt, wie die Verdoppelung der Belichtungszeit oder das Öffnen der Blende um eine Blendenstufe. Eine Halbierung des ISO-Wertes entspricht demzufolge in der Wirkung der Halbierung der Belichtungszeit oder dem Schließen der Blende um eine Blendestufen. Typische ISO-Werte sind:

ISO 100      ISO 200      ISO 400      ISO 800       ISO 1600       ISO 3200       – und ggf. entsprechende Zwischenschritte.

In Anlehnung an das obige Beispiel aus dem Abschnitt „Lichtwert“ ergibt sich daraus, dass ein bei z.B. ISO 100 mit f/5.6 und 1/4s korrekt belichtetes Bild bei gleicher Belichtungszeit und gleicher Blende, aber einer erhöhter ISO Einstellung von ISO 200 überbelichtet ist. Um das gleiche Bild bei ISO 200 richtig zu belichten, ist die Verkleinerung der Blende um eine Blendenstufe erforderlich oder die Halbierung der Belichtungszeit. Bleibt der Blendenwert gleich, so sind die Einstellungen für die korrekte Belichtung 1/8s und f/5.6 bei ISO 200 (Blende ist unverändert, die Erhöhung der ISO-Empfindlichkeit um eine Stufe von ISO 100 auf ISO 200 wurde mit der Halbierung der Belichtungszeit von 1/4s auf 1/8s ausgeglichen).

vergleich-blende-konstant-2

Das heißt leider nicht, dass die Erhöhung der ISO-Zahl der Weisheit letzter Schluss ist, wenn das Licht nicht passt. Hohe ISO-Werte wirken sich in der Regel nachteilig auf die Bildqualität aus, s.a. den entsprechenden Artikel zur ISO – Empfindlichkeit . Dennoch ist sie eine Möglichkeit der Einflußnahme und in Grenzen auch ein probates Hilfsmittel.

Fazit:

Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert stehen für die Belichtung

in Zusammenhang mit einander. Gleiche Belichtungen können mit verschiedenen Kombinationen dieser Werte erreicht werden. Blende und Belichtungszeit haben neben der reinen Belichtung aber auch noch gestalterische Aufgaben, der ISO-Wert wirkt sich auf die Qualität aus. Somit können zwar viele Werte untereinander mit gleichem Belichtungsergebnis kombiniert werden, nur ergeben sich im Bild dadurch fast immer verschiedene sichtbare Wirkungen.

ISO-Empfindlichkeit

Was hat es eigentlich mit der ISO-Empfindlichkeit bei digitalen Kameras auf sich?

ie ISO 5800 von 1979 definiert die Lichtempfindlichkeit von Farbnegativfilmen. In Anlehnung daran -es wird in der Digitalfotografie ja kein Filmmaterial verwendet- wird auch in der Digitalfotografie der ISO-Wert als Angabe der Lichtempfindlichkeit verwendet.

Je höher der ISO-Wert, desto „empfindlicher“ ist der Bildsensor, wobei eine höhere Empfindlichkeit in der Regel dadurch erzielt wird, dass das Sensorsignal verstärkt wird. Praktisch bedeutet das, dass bei einem höheren ISO-Wert auch bei wenig Licht noch gute Aufnahmen gelingen.
Jeder Kamerasensor hat eine Basis-Empfindlichkeit, d.h. einen ISO-Wert, bei dem weder eine Verstärkung, noch eine Abschwächung des Sensorsignals stattfindet. Hierbei handelt es sich meist um ISO 100 oder ISO 200 – je nach Kameramodell/Sensor. Wird die Empfindlichkeit verstärkt, so spricht man auch von höherer ISO-Emfpindlichkeit und entsprechend höheren ISO-Werten. Umgekehrt gilt das bei einer Abschwächung des Signals.

ISO-Emfpindlichkeit

Typische ISO-Werte sind: ISO 100, 200, 400, 800, 1600 usw. – je nach Kameramodell auch mit Zwischenschritten und niedrigeren oder höheren Werten. Teilweise werden sehr hohe oder sehr niedrige ISO-Stufen auch mit speziellen Abkürzungen bezeichnet, z.B. „Lo1“ oder „Hi1“. Details siind vom Kameramodell abhängig und in der Bedienungsanleitung nachzulesen.

Grundsätzlich gilt: Jede Verdoppelung oder Halbierung des ISO-Wertes enstpricht einer Änderung um eine Blendenstufe. Das bedeutet, dass bei gleichen Lichtbedingungen die Erhöhung der ISO, beispielsweise von ISO 100 auf ISO 200, zur Erzielung des gleichen Bildergebnisses wie vor der Erhöhung, die Blende um eine Blendestufe geschlossen werden kann oder aber die Belichtungszeit halbiert werden kann.

Mit höherer Verstärkung nimmt allerdings auch das Bildrauschen zu. Bildrauschen äußert sich u.a. in Farbrauschen (Chrominanzrauschen, „Farbpunkte in eigentlich einfarbigen Flächen“) und Helligkeitsrauschen (Luminanzrauschen, „hellere und dunklere Flecken in eigentlich gleichmäßig hellen Flächen“). Farben wirken bei höherer ISO-Empfindlichkeit auch nicht mehr so brilliant, die Dynamik nimmt ab.

Viele Kameras besitzen Mechanismen zur Unterdrückung von Rauschen, wobei diese oft zu Lasten der Qualität, genauer gesagt der Bilddetails, gehen. Oftmals entspricht eine Rauschreduzierung einer Weichzeichnung, so dass auch Konturen verloren gehen. Bei guten Kameras lässt sich die Rauschreduzierung einstellen, bspw. in welchen Fällen sie überhaupt angewendet wird und teilweise auch noch im welchem Umfang. Oftmals ist es z.B. möglich einzustellen, dass die Rauschreduzierung erst ab einem ISO-Wert von X angewendet wird und nicht pauschal auf jedes Bild.

Die Rauschreduzierung ist übrigens nicht mit dem Dunkelbildabzug (Dark Frame Reduction) zu verwechseln. Hierbei wird, typischerweise bei Langzeitbelichtungen, ein zweites Bild bei geschlossenem Verschluss aufgenommen und -vereinfach gesagt- das hierbei entstandene Rauschen vom eigentlichen Bild „abgezogen“. Der Dunkelbildabzug geht normalerweise nicht zu Lasten der Bildqualität.

Bildrauschen wird u.a. durch die Pixelgröße (Größe der Fotodiode auf dem Bildsensor) und den Abstand der einzelnen Pixel zueinander bestimmt. Somit lässt sich folgern, dass kleinere Bildsensoren bei gleicher Pixelzahl („Auflösung“) anfälliger für Rauschen sind, als größere Sensoren. Bei gleicher Sensorgrößere ist ein Sensor mit mehr Pixeln demzufolge auch anfälliger für Rauschen, als ein gleich großer Sensor mit geringer Pixelzahl.

Rauschen tritt besonders auffällig dann hervor, wenn eigentlich dunkle Bildpartien aufgehellt werden. Rauschen kann also auch minimiert werden, indem bei der Aufnahme bereits berücksichtigt wird, dass die Aufnahme ausreichend belichtet ist. Kamerainterne Mechanismen, die dunkle Bereiche automatisch aufhellen, sind hiervon auch betroffen und sollten abgeschaltet werden oder nur minimal verwendet werden. Bei Nikon ist z.B. das Active D-Lightning davon betroffen.

Eine andere Möglichkeit hohe ISO-Werte zu umgehen, besteht -zumindest bei statischen Motiven- in der Verwendung eines Stativs und damit möglicherer, längerer Belichtungszeiten, die eine hohe ISO-Einstellung nicht erforderlich machen.

Faustregel 1: Je niedriger der ISO-Wert, desto weniger Rauschen, desto mehr Details und desto mehr Bildqualität.

Faustregel 2: Lieber ein Bild mit etwas Rauschen, als ein verwackeltes Bild.

Faustregel 3: Aufhellen von dunklen Bildpartien vermeiden.

Faustregel 3: ISO gering halten durch Verwendung eines Stativs, wenn möglich.

Qualitätsfalle ISO-Automatik: Viele Kameras bieten eine ISO-Automatik an. Ist diese aktiviert und wird eine bestimmte Belichtungszeit überschritten, so wird -zum Schutz vor Verwacklungen- die ISO automatisch erhöht, ohne dass ein Benutzereingriff erforderlich ist. Je nach von der Kamera gewählter ISO-Stufe „erkauft“ man sich diesen „Verwacklungsschutz“ mit Bildrauschen. Bei den meisten Kameras kann die ISO-Automatik deaktiviert werden oder/und es kann eine Obergrenze für die ISO-Automatik festgelegt werden (bspw. maximal ISO 400 wählen, auch wenn die Kamera ISO 1600 unterstützt). Wie bei jeder Automatik, so sollte auch die ISO-Automatik nicht direkt verteufelt werden. Wichtig ist, die Funktion und ihre Wirkung zu kennen. Richtig eingestellt kann sie eine gute Hilfe sein.

Tipps zur Stativnutzung

Aber ich habe doch extra mit Stativ fotografiert“ ist eine Aussage, die darauf schließen lässt, dass ein Foto trotz Stativeinsatzes nicht den Erwartungen entspricht. Hier 10 Tipps zur gelungenen Stativaufnahme.

Zumeist -aber nicht ausschließlich- wird ein Stativ eingesetzt, wenn die Belichtungszeiten für Aufnahmen aus der Hand zu lang werden. Folgende Fälle sind typisch für einen solchen Einsatz:

  • Dämmerung / Dunkelheit
    (z.B. Aufnahmen zur blauen Stunde / Nachtaufnahmen)
  • nicht ausreichende künstliche Beleuchtung
    (z.B. Innenaufnahmen)
  • lange, lichtschwache Brennweite bei wenig Licht
    (z.B. Einsatz von Teleobjektiven bei bewölktem Himmel im Zoo)

Allein die Verwendung eines Statives ist aber noch kein Garant für ein gutes Bild.

Deshalb hier ein paar Tipps:

Vorhandenes Stativ mitnehmen
Das beste Stativ nützt nichts, wenn es zu Hause geblieben ist. Also vor dem Start gut (!) überlegen, ob es gebraucht werden könnte. Zugegeben, dieser Tipp scheint überflüssig, ist er aber nicht, gerade auch hinsichtlich der Anschaffung. Beim Kauf sollte bereits auf Größe und Gewicht (in Verbindung mit guter Qualität und Standfestigkeit) geachtet werden, denn sonst bleibt doch gerne mal das zu schwere oder zu große Stativ zu Hause.

Stabiles, passendes Stativ nutzen
Es gibt gute Gründe, warum Stativ A für 19,90 EUR inklusive Tasche zu erwerben ist und Stativ B ohne Stativkopf und Schnellwechselsystem 330,00 EUR kostet. Wichtig ist, dass ein zur Kamera passendes Objektiv verwendet wird (Stichwort: maximale Belastbarkeit), welches auch stabil ist. Wenn sich die Kamera auf dem 19,90 EUR-Stativ mit dem kleinen Finger hin- und herbewegen lässt, dann ist das kein Zeichen für Stabilität.

Mittelsäule möglichst wenig verwenden
Bei der Stabilitätsbetrachtung eines Statives hat die meist ausfahrbare Mittelsäule ein besonderes Augenmerk verdient, da sie oft -auch bei hochwertigeren Stativen- der Schwachpunkt ist. Je mehr sie ausgefahren wird, desto wackeliger wird die Konstruktion. Wann immer es sich vermeiden lässt, sollte also auf das Ausfahren der Mittelsäule verzichtet werden.

stativnutzung_mittelsaeule
stativnutzung_sva

Spiegelvorauslösung aktivieren
Bei Einsatz einer digitalen Spiegelreflexkamera wird vor der Auslösung (der Aufnahme) der Spiegel hochgeklappt, damit das Licht durch das Objektiv auf den Sensor fallen kann. Dadurch gerät das gesamte System in Schwingung. Die Spiegelvorauslösung bewirkt, dass zwischen dem Hochklappen des Spiegels und der Aufnahme Zeit zum Ausschwingen bleibt. Ob die Kamera eine Spiegelvorauslösung hat und wie sie aktiviert wird, ist dem Handbuch zu entnehmen.

Bildstabilisator ausschalten
Viele moderne Kameras und/oder Objektive bieten einen Bildstabilisator an (gängige Abkürzungen: VR, IS, OS oder VC). Dieser erkennt und korrigiert Bewegungen der Kamera/Linse und ermöglicht somit ein verwacklungsfreieres Fotografieren auch bei Belichtungszeiten, bei denen ohne denselben normalerweise keine verwacklungsfreien Aufnahmen mehr möglich sind. Bei der Verwendung von Stabilisierungssystem auf dem Stativ kann (!) es vorkommen, dass der Stabilisator versucht eine Bewegung auszugleichen, die nicht vorhanden ist, da die Kamera ja auf dem Stativ sitzt. Dadurch ist es möglich, dass der Stabilisator eben nicht stabilisiert, sondern die Ursache von Unschärfe ist. Normalerweise sollte die Technik erkennen, dass ein Stativ verwendet wird, aber darauf muss man sich nicht verlassen. Fakt ist: Er wird bei der Aufnahme auf einem Stativ nicht benötigt, deshalb kann er ausgeschaltet werden und so ist wenigstens eine weitere mögliche Fehlerquelle ausgeschlossen

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Vor Wind schützen
Natürlich kann auch Wind bei langen Belichtungszeiten (die auf dem Stativ ja meistens genutzt werden) für Verwacklungsunschärfe sorgen. Deshalb sollte die Stativ-Kamera-Kombination vor Wind geschützt werden, z.B. durch Abschatten mit dem eigenen Körper, einem Mantel oder dem Aufstellen in einer windgeschützten Ecke. Auch empfiehlt es sich ggf. vorhandene Tragegurte abzunehmen, weil deren leichte Schwingungen im Wind sich auf die Kamera übertragen können.

Stativ beschweren
Insgesamt stabiler wird das System, wenn es beschwert wird. Hierzu bieten viele Stative kleine Haken an, an den Gewichte befestigt werden können. Im Zubehörhandel gibt es aber auch Tücher, die zwischen die Stativbeine gespannt und beschwert werden können.

Fernbedienung oder Selbstauslöser verwenden
Jede Berührung, z.B. auch das Drücken des Auslösers, versetzt das Gesamtsystem in Schwingung. Von daher ist es nur logisch zum Auslösen der Kamera entweder eine Fernbienung zu nutzen oder -falls nicht vorhanden- den Selbstauslöser zu nutzen, der es dem System ermöglicht wieder auszuschwingen.

Auf stabilen Stand achten
Nicht jeder Untergrund ist gleichermaßen für die Aufstellung eines Statives geeignet. Ein leichtes Wackeln am Stativ zeigt schon oft, ob es einen stabilen Stand hat. Oft hilft es schon, den Standort ein wenig zu verändern. Auch die Verwendung von Spikes (wenn das Stativ dieses unterstützt) kann hilfreich sein, wie aber auch das einfache Unterlegen von z.B. kleinen Holzplatten im Schnee oder auf sandigem Boden.

Schwingungsfreien Untergrund nutzen
Selbst wenn der Untergrund von der Materialbeschaffenheit her optimal geeignet ist, so ist zusätzlich sicherzustellen, dass möglichst wenig Schwingungen vorhanden sind. So ist z.B. der schöne glatte Asphaltboden neben der vielbefahrenen Straße verlockend, aber wegen des vielen Verkehrs keine optimale Wahl. Auch Brücken sind solche verlockenden Fallen, zumal sie oft eine schöne Sicht ermöglichen – wie auch hohe Gebäude. „Gemein“ ist, dass schon ein geringes Maß an Schwingung für Verwacklungsunschärfe reichen kann – hier ist die Kamera deutlich sensibler als der Mensch.